Mikroperspektive

Donnerstag, 14. August 2008

Ihr Partner in Sachen Wumms und Rumms

Schulz-und-Soehne

Bin zwar kein ausgesprochener Techno-Fan, aber großer Anhänger selbstgemachter Musik. Und wenns wummst und rummst umso besser.
Hier also eine fantastische Band die ich einmal live in Berlin gesehen habe: Schulz und Söhne.
Seit etwa den 1980er Jahren versuchen Elektro- und Soundtüfftler den Klang organischer Instrumente nachzuempfinden. Die Musikspielart des Techno wurde geboren. Schulz und Söhne machens anders herum: sie empfinden die Klänge der Technoästhetik mit organischen (naja: industriell hergestellten) Klangerzeugern nach. Das ganze klingt absolut authentisch.
Ganz schön post-post-irgendwas....aber der absolute KRACHER auf der Tanzfläche.










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Sonntag, 6. Juli 2008

Verbot des Verbotenen

Punkt 6: es ist verboten Dinge zu tun, die verboten sind. Vielen Dank für den Hinweis. Aufzug in Untergiesing.Es ist verboten Dinge zu tun, die verboten sind. Danke.

Samstag, 5. Juli 2008

Original und Fälschung

OriginalFälschung


































In der Münchner Fußgängerzone. Die Füße sind echt, in beiden Fällen.

Mittwoch, 7. Mai 2008

pendeln zwischen den welten

nach drei monaten bin ich nun wieder in münchen aufgeschlagen. dar es salaam arbeitet noch in mir. der kontrast zu münchen ist enorm, und manchesmal kommt mir meine stadt regelrecht absurd vor, gelegentlich im vergleich zu lebenswelten in dar ein reglerechtes disneyland. aber es ist auch schön wieder zuhause zu sein, wo ich einer von vielen bin, auf der strasse nicht auffalle. ich bin mir sicher nicht zum letzten mal in afrika und in tansania gewesen zu sein. jetzt muss ich nur einen guten weg finden das pendeln zwischen den welten zu professionalisieren.

Samstag, 26. April 2008

The Work of Frustration....

Vergangene Woche ein neuer Korruptionsskandal: Minister für Infrastruktur Andrew John Chenge geriet unter Verdacht als eine britische Zeitung Informationen über sein Überseekonto in Jersey offenbarte. Auf diesem hat der ehemalige Generalstaatsanwalt über 1 Millionen Dollar liegen. Das Geld wird zurückgeführt auf einen dubiosen Deal, bei dem eine britische Rüstungsfirma tansanische Politiker schmierte, um in den Kaufvertrag für eine überteuerte Radaranlage einzuwilligen. Jetzt musste Chenge gehen, und er kommentierte seinen Abgang taktvoll mit den Worten: „Was ist eine Millionen schon unter Freunden“.

Das Ministerium für Bildung, so eine andere Zeitungsmeldung, beschäftigt 1400 „Geisterlehrer“, die nicht existieren aber schön Gehalt beziehen, und zwar insgesamt 3 Milliarden TSh im Jahr (etwa 1,5 Millionen Euro).

Es stellt sich mir die Frage wie lange es noch dauert bis sich Tansania erhebt, gegen die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit zwischen wenigen die sich die Millionen nur so in die Taschen schaufeln, und den Millionen von Menschen die von einem Dollar am Tag leben. Wieso lassen die Leute sich so verarschen?

Die Regierungspartei CCM (bis 1995 Einheitspartei des sozialistischen Tansania, seither mit über 80% weiterhin Alleinherrscherin) umgibt sich mit der Rhetorik der Brüderlichkeit, redet von Leadership Ethics, gibt sich überrascht und tut so als wisse sie von den geschmierten Genossen nix. Dieses sozialistische Getue kotzt mich an. Die Genossen sind Komplizen.
Die Regierungpartei ist die "Partei der Revolution". Das ich nicht lache/weine.

Und gleichzeitig tönt Bundesentwicklungministerin Wieczorek-Zeul sie wolle die Finanzhilfe für Afrika bis 2010 verdoppeln. Wem wird dies nutzen??? Wo landen die Gelder? Jeder weiß es.

Jeden Tag wenn ich mein Büro verlasse sehe ich die Menschen auf der Strasse, die Leute im Daladala, die meisten wohl nicht mehr als 1000 TSh in der Tasche (56 cent). Ich werde angeschnorrt und weiss nicht was ich machen soll. Ich bin hierhergekommen um bei der FES ein stückweit zumindest am Entstehen einer demokratischen Kultur mitzuarbeiten. Ich bekomme dafür NIX, muss alles selber zahlen, und die Teilnehmer der Veranstaltungen hier bei FES lassen sich ihre Unkosten schön erstatten, halten die Hand auf wenn sie ihre Allowances bekommen.
Ich frage mich was all das Diskutieren und Informieren bringt. Wenn du am morgen nicht weisst was du am Abend essen wirst, scheint die Politik in anderen Sphären stattzufinden. Ungebildet sind die Menschen leichter auszubeuten, also wer sollte hier ein Interesse daran haben ihnen zu helfen? Die Großen sitzen auf ihren Pfründen und ihrer Position der Macht, und der tägliche Kampf der Menschen um ihre tausend Shilling hält sie schön unten.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Geben und nehmen

Maerkte haben eine magische Anziehungskraft auf mich. Auf jeder Reise ist der Besuch auf dem oertlichen Markt obligatorisch. Ich habe fruehe Erinnerungen an den Markt in Athen, auf dem ich mit meinen Eltern als Kind gelegentlich war.
Auf dem Markt ist es besonders leicht Kontakt zu Einheimischen zu knuepfen. Die Rollen sind dabei jedoch klar: der eine bietet etwas an, der andere soll es kaufen. Darueber hinausgehendes Interesse am anderen gibt es meist (zumindest von Seiten des Verkaeufers) nicht.
Auf dem lokalen Markt in Mwananyamala hat mich vor einigen Tagen ein junger Gemuesehaendler auf Kiswahili angesprochen: er moechte Englisch lernen. Nach anfaenglichen Verstaendigungsschwierigkeiten habe ich sein Anliegen begriffen und ihm vor zwei Tagen die erste Lektion gegeben. Bislang beschraenkt sich der Unterricht darauf, dass er mir Saetze auf Kiswahili sagt, und ich, soweit ich sie verstehe, sie auf Englisch uebersetze und ihm aufschreibe.
Ein angenehmer Nebeneffekt dieses Arrangements ist, dass ich Gelegenheit bekomme "Backstage" zu kommen. Auf zwei Holzkisten hocken wir hinter seinem Gemuesestand zwischen Kartoffelsaecken und Huehnerkaefigen. Die anderen Haendler schauen etwas verwundert was der Mzungu (Weisse) auf ihrer Seite der Schaubuehne Marktplatz macht.
Ich selbst habe im Gegenzug beschlossen Kiswahili-Stunden zu nehmen, da ich das Beduerfnis habe mit den Leuten richtig reden zu koennen. Den Sprachunterricht nehme ich jedoch nicht auf dem Markt...

Montag, 25. Februar 2008

Meeting people is easy

Ein Freund ist mir bereits Link geworden, auch "Twiga" genannt, also Giraffe, wegen seiner hochgewachsenen Statur. Er ist selbst Maler, und seinem Kunst bedeutet ihm viel. Zusammen mit seinen Bruedern (eher klassifikatorische als leibliche) verkauft er von einem Hinterhof in der Samora Avenue aus Bilder, Holzschnitzereien und Schmuck an Touristen.

Unter seinen Kollegen ist Patrick, urspruenglich aus Mosambik. Er hat 12 Jahre in Kanada gelebt, nachdem er als blinder Passagier auf einem Schiff von Suedafrika aus um die halbe Welt gefahren ist. "If I tell you the whole story you will cry", meinte er neulich zu mir. Ich will seine Geschichte trotzdem irgendwann hoeren.

Ein anderer junger Kreativer ist Jon Myuzik. Er ist Saenger in einer Bongo Flava Band (tansanischer Hip Hop aus Dar es Salaam mit Texten auf Kiswahili). Jeden Freitag tritt er auf. Er hat ein ausgepraegtes Sendungsbewusstsein. Wenn er nicht auf der Buehne oder im Studio ist, predigt er anderen Jugendlichen wie sie ihren Hintern hoch und ihr Leben auf die Reihe bekommen koennen. Eine Jamsession mit ihm und seiner Band steht noch aus, da bin ich mal gespannt.

Sonntag, 10. Februar 2008

Max Goldt revisited

Ich habe schon lange nichts mehr von Max Goldt, Autor und Kolumnist des Satiremagazins „Titanic“ gelesen. In meiner Bleibe hier in Dar hat eine Vorgängerin-Bewohnerin den Band „Der Krapfen auf dem Sims“ hinterlassen. Ich bin begeistert. Für alle Freunde rasanter Formulierungen, abstruser Asso- und Dissoziationsketten, intelligenter Beobachtungen kleiner und kleinster Details des Alltags, sei hier die wärmstmögliche Empfehlung ausgesprochen, einmal Goldt zu lesen. Ich empfehle seinen Sammelband mit dem wunderschönen Titel „Ä“ oder eben den „Krapfen auf dem Sims“. Eine Kostprobe:
„Ich war zum zigsten Mal in Nürnberg, wollte nicht schon wieder in Elisen Lebkuchen beißen. Da sah ich ein Schild, wo „Deutsches Spielzeugmuseum“ draufstand. Ich dachte „würg“ und ging hinein. Das langweiligste Museum, das ich bis dahin besichtigt hatte, war das „Museum für amerikanische Finanzgeschichte“ in New York, aber das war wenigstens ganz klein. Das Spielzeugmuseum hat drei Etagen. Trotzdem war ich in sieben Minuten fertig. Durch die Abteilung mit alten Puppen bin ich mit verschränkten Armen und schwulenlokalkellnermäßigem Augenrollen durchgerauscht. Puppen, insbesondere historische und ganz besonders Anhäufungen derselben, lösen bei mir den gleichen schwer erklärbaren Widerwillen aus wie Clowns, Pantomimen und Pekingoper-Darsteller. Schon in jungen Jahren konnte ich nichts anfangen mit dem Gerümpel, das man als Kind zu Weihnachten bekommt. Ich wusste nicht, was man mit Sachen spielen sollte, die dafür da sind, dass man mit ihnen spielt. Auch was den Kinderspielplatz anbetraf, weigerte ich mich, Bestandteil der Zielgruppe zu sein. Es gab dort ein rostiges halbrundes Klettergerüst, eine Schaukel und eine Wippe. Erst saß man unten, dann quietschte die Wippe, dann saß man oben. Toll! Manchmal fehlte der Dämpfer unter der Sitzfläche, dann war der Aufprall wenigstens interessant unschön.“

Sonntag, 3. Februar 2008

exploring the city

Die Innenstadt von Dar Es Salaam ist ein bunt zusammengewürfeltes, gewachsenes Durcheinander: Kolonialbauten, massiv patiniert und zum Teil eingestürzt; einfache Häuser mit Wellblechdächern; Holzhütten, aus denen heraus Bananen, Mangos, Zwiebeln u.ä. verkauft werden; ein paar wenige verspiegelte Hochhäuser, von irgendwelchen Banken;
Dazwischen Daladalas (Kleinbusse, die üblichen Verkehrsmittel hier), Leute die vom Fahrrad aus Sachen verkaufen, junge Männer mit Körben voller Erdnüsse auf dem Kopf, oder mit einem einzelnen Paar Schuhe, dass sie zum Verkauf anbieten, Frauen in bunten Kleidern mit Kindern auf dem Rücken und riesigen Säcken auf dem Kopf, Polizisten in gebügelten weißen Uniformen, an jeder Straßenecke sitzen ein paar Leute zusammen und reden, und dazwischen: ich.
mein-viertel-von-oben
Mein „Viertel“ hingegen – mit dem schönen Namen Mwananyamala: eine Strasse aus Schlaglöchern und Staub, einstöckige Häuser, Bars und Hühnchen-mit-Pommes-Buden aus Holz, zu Schrott gefahrene und liegengelassene PKW, die obligatorische Dauerbeschallung mit Hip Hop und anderer Musik, Hühner, Krähen, Palmen, Hitze.

Freitag, 1. Februar 2008

liminalität

ich-in-dubai
seit zehn stunden sitze ich in dubai am flughafen und warte auf meinen flug nach dar es salaam. der flughafen stellt eine mischung dar aus luxus-shoppingmall und allgemeinem campingplatz. hab mich den campenden angeschlossen und versucht auf dem boden eingerollt etwas zu schlafen. das hat nur bedingt funktioniert.

befinde mich also hier in einem zustand der liminalität: nicht mehr zuhause, nicht mehr in meinem eigenen "bedeutungsgewebe" verheddert, und noch nicht an meinem neuen ort angekommen.
naja, mit diesem zustand bin ich hier am flughafen dubai nicht allein...

lekke

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karibu!

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