Coming of Age am Speckgürtel der Nation
Werbeplakat im Treppenaufgang des Kaut Bullinger in der Münchner Fußgängerzone.

"Siegertypen haben reiche Eltern."
Kommentar by Anonymus.
Kugelschreiber auf Plastik, 21. Jh.
lekke - 2. Aug, 18:08

Der Mensch ist bekanntermaßen ein Herdentier. Das heißt, als soziales Wesen orientiert er sein Handeln am Verhalten seiner Mitmenschen. Das kann mitunter zur kollektiven Legitimation individuellen Fehlverhaltens führen. Welcher "kritischen Maße" an kumulierten Einzelhandlungen bedarf es, um eine sich selbst fortsetzende Kettenhandlung auszulösen? Also: wieviele Einzelakteure müssen "drauf scheißen" und ihren Müll hier abladen, bis ein Gravitationszentrum entsteht, das die Hemmschwelle für Folgehandlungen herabsetzt?
Wo führt diese Türe hin? Und hat sie etwas mit dem antennenartigen Gebilde auf dem Dach der Litfaßsäule zu tun? Auf der Sonnenstrasse in München.
Im Rahmen meines allgemeinen Interesses für Prozesse der kulturellen Aneignung, in deren Verlauf fremde Dinge oder Ideen umgedeutet und mit den eigenen kulturellen Bedeutungen ihres neuen gesellschaftlichen Umfelds versehen werden, sammel ich seit einiger Zeit Bilder von Buddha-Statuen, die in der Münchner Innenstadt Schaufenster und Verkaufsräume zieren. Interessant, dass ein fernöstliches Symbol der Religiosität in unserer Gesellschaft als Werbemittel verwendet wird. Warum nicht der Davidsstern oder das Kruzifix? Was assoziieren wie mit Buddhismus allgemein? Und was assoziieren wir mit Buddhismus im Zusammenhang mit Konsum - meditativen Konsum? Oder besser: Konsum statt Meditation? Hier nur zwei Beispiele.


