Makroperspektive

Samstag, 2. August 2008

Coming of Age am Speckgürtel der Nation

siegertypen haben reiche eltern
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Werbeplakat im Treppenaufgang des Kaut Bullinger in der Münchner Fußgängerzone. sieger haben reiche eltern

























"Siegertypen haben reiche Eltern."
Kommentar by Anonymus.
Kugelschreiber auf Plastik, 21. Jh.

Sonntag, 20. Juli 2008

Gravitationszentren menschlichen Verhaltens

DSC05639Der Mensch ist bekanntermaßen ein Herdentier. Das heißt, als soziales Wesen orientiert er sein Handeln am Verhalten seiner Mitmenschen. Das kann mitunter zur kollektiven Legitimation individuellen Fehlverhaltens führen. Welcher "kritischen Maße" an kumulierten Einzelhandlungen bedarf es, um eine sich selbst fortsetzende Kettenhandlung auszulösen? Also: wieviele Einzelakteure müssen "drauf scheißen" und ihren Müll hier abladen, bis ein Gravitationszentrum entsteht, das die Hemmschwelle für Folgehandlungen herabsetzt?






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Dienstag, 15. Juli 2008

Boat People

Boat-People1
Jeden Tag kommen aus dem Süden Menschen auf einfachen zusammengezimmerten Floßen über die Fluten der Isar in unsere Stadt. Die Angst vor der ungewissen Zukunft, und das leere Gefühl, ihre Heimat und Identität mit Besteigen des Floßes verloren zu haben, treibt die meisten von ihnen in die Zuflucht des Alkohols und des besinnungslosen, kollektiven Rausches.

Montag, 14. Juli 2008

Secret Doors of Perception

geheime türen der stadt Wo führt diese Türe hin? Und hat sie etwas mit dem antennenartigen Gebilde auf dem Dach der Litfaßsäule zu tun? Auf der Sonnenstrasse in München.

Montag, 7. Juli 2008

Buddha goes Shopping

enjoy your lifeBuddha 3
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Im Rahmen meines allgemeinen Interesses für Prozesse der kulturellen Aneignung, in deren Verlauf fremde Dinge oder Ideen umgedeutet und mit den eigenen kulturellen Bedeutungen ihres neuen gesellschaftlichen Umfelds versehen werden, sammel ich seit einiger Zeit Bilder von Buddha-Statuen, die in der Münchner Innenstadt Schaufenster und Verkaufsräume zieren. Interessant, dass ein fernöstliches Symbol der Religiosität in unserer Gesellschaft als Werbemittel verwendet wird. Warum nicht der Davidsstern oder das Kruzifix? Was assoziieren wie mit Buddhismus allgemein? Und was assoziieren wir mit Buddhismus im Zusammenhang mit Konsum - meditativen Konsum? Oder besser: Konsum statt Meditation? Hier nur zwei Beispiele.

Montag, 31. März 2008

Benutzt weniger Kondome!!!

Die US-amerikanische NGO Human Life International, fundamental christlich und international agierend, hat in Dar es Salaam ein Werbeplakat gegen den Gebrauch von Kondomen installiert. Basierend auf dem statistisch wohl korrekten Befund, dass jedes zwölfte Kondom platzen wird, wirbt HLI gegen Kondome und für die totale Abstinenz. Auf dem Plakat ist ein Skelett abgebildet, mit der Unterschrift „Faithful Condom User“. Es suggeriert dass die Ursache für den Tod des/der Abgebildeten der Gebrauch eines Kondoms ist.
Angesichts der erschreckenden Aids-Raten in Afrika allgemein erscheint diese Kampagne wie ein schlechter Witz. Unter allen fehlgeleiteten Vorstellungen darüber, wie Aids in Afrika bekämpft werden kann, scheint mir eine Kampagne, die nicht auf den eingeschränkten Schutz hinweist, den Kondome bieten, sondern den Kondomgebrauch als Todesursache darstellt die hirnloseste und gefährlichste. Ich danke dieser christlichen Mission in Afrika dass sie uns ihre geistige Umnachtung und Rueckstaendigkeit offenbart hat. Die tansanische Regierung wird Human Life International verklagen.


Ein Plakat wie dieses weist in Dar es Salaam auf die "Gefahren" des Kondomgebrauchs hin. Mir fehlen die Worte...

Mit einem Plakat wie diesem wirbt Human Life International gegen den Gebrauch von Kondomen.

Dienstag, 18. März 2008

Big Meeting in Dar

Die Teilnehmer des International Trade Union Confederation - Workshops in Dar es Salaam. Gewerkschaftsvertreter aus Nigeria, Ghana, Suedafrika, Uganda, Kenia, Tansania, Togo beratschlagen ueber die Darlehenspraxis der Weltbank.


Letzten Donnerstag und Freitag fand hier in Dar es Salaam ein Workshop der Gewerkschaftsverbaende International Trade Union Confederation Africa (ITUC Africa) und Global Unions Federation (GUF) statt. Dabei ging es um Investitionen der International Finance Corporation (IFC), einer Branche der Weltbank, die, im Gegensatz zur Weltbank, die Geld an Regierungen verleiht, privatwirtschaftlichen Unternehmen Darlehen gibt. Seit 2006 hat die IFC, auf Druck der Gewerkschaften hin, in ihre Vertraege die Core Labour Standards aufgenommen, die von der ILO formuliert worden sind. Dazu gehoeren das Verbot von Kinderarbeit, Verbot jeglicher Form von Diskriminierung, Verbot von Zwangsarbeit, besondere Regulierungen fuer Arbeitsmigranten, usw. Diese Labour Standards muessen Unternehmen unterzeichnen und einhalten, wenn sie Geld von der IFC (also letztlich von der Weltbank) haben wollen. Doch wie soll die Einhaltung ueberprueft werden?

Ziel des Wokshops war es, eine gemeinsame Position der Gewerkschaftdachverbaende in englischsprachigen Laendern Afrikas zur Darlehenspraxis des IFC zu entwickeln, und Mechanismen zur Ueberwachung der Core Labour Standards in IFC-finanzierten Projekten zu entwickeln.
Gewerkschaftsvertreter aus Tansania, Uganda, Nigeria, Suedafrika, Togo, Sambia, Simbabwe, sowie eine Vertreterin der Global Unions aus Washington und ein Vertreter der IFC aus Suedafrika waren anwesend.
...ach so: ich war auch da und hab dieses huebsche Foto gemacht.

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Grafitti-in-Bagamoyo

"Manufaa ya kupima: kuishi kwa kuzingatia hali uliyonayo"

Der Vorteil eines Aids-Tests: das Leben entsprechend dem Ergebnis leben.

Grafitti gefunden in Bagamoyo.

Montag, 10. März 2008

Servus, Guten Tag und meine Verehrung...

Begruessungen sind in Tansania wichtig. Treffen sich bekannte Gesichter werden blitzartig die neuesten Nachrichten ausgetauscht:
„Mambo?“ – „Poa“ heisst es bei jungen und jung gebliebenen Menschen, etwa „wie laufen deine Angelegenheiten?“ – „alles locker“.
Die formellere Begrüssung lautet etwas wie: „Habari yako?“ – „Nzuri“, „Deine Neuigkeiten?“ – „Gut“. Darauf folgt die Abfrage saemtlicher Lebensbereiche, die Probleme darstellen koennten: „Habari za nyumbani?“ (wie gehts Zuhause?), „Habari za kazi?“ (was macht die Arbeit), „Habari za watoto wako?“ (was machen die Kinder?), usw.
Wichtig ist, stets positiv zu antworten: den Kindern gehts hervorragend, aber ich habe keine.
Jedem Menschen, der älter ist als man selbst, begegnet man mit der Grussformel „Shikamoo“, „ich verneige mich“, worauf mit „Marahaba’ geantwortet wird: „brauchst dich nicht so sehr bücken“.

Als Weissem jedoch werden einem andere Grussformeln entgegengebracht, die einen in ein ganzes Feld an Bedeutungen hineinstellen.
Die Grussformel „jambo?“ muesste eigentlich „hujambo“ heissen. Jambo heisst Angelegenheit, und „hujambo“ heisst „du hast nix?“. Die Antwort darauf lautet „sijambo“, „ich hab nix, also keine Probleme“.
Wird man nun mir „jambo“ begruesst, so ist man automatisch in das Raster Weisser – Tourist – Safari – Sansibar – Geld eingeordnet. Denn die Einheimischen hier begruesen sich fast nie mit „hujambo“, oder "hatujambo" (im Plural), und mit der vereinfachten Form "jambo" schon gleich gar nicht.
Ähnlich verhält es sich mit der Floskel „hakuna matata“ – „Es gibt keine Probleme“, die besänftigend auf den oft irritierten Weissen wirken soll. Sie wird ebenfalls nur für weisse Ausländer gebraucht. Einheimische sagen etwas wie „hamna shida“, oder „hakuna matatiso“, was das gleiche bedeutet wie „hakuna matata“. Auch der Ausdruck „pole pole“, „langsam langsam“ zielt in die gleiche Richtung: die Langsamkeit hier wird dem Westler als herausragende Qualität tansanischen Lebens eingebleut.
Die drei Floskeln – jambo, hakuna matata, pole pole – sind so ähnlich wie eine Herde Elefanten im Sonnenuntergang: „typisch“ Tanzania, und haben dennoch nur wenig mit dem Alltag der Menschen zu tun.

Freitag, 7. März 2008

Die Monetarisierung der politischen Kultur

Die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet zahlreiche Podiumsdiskussionen, Fortbildungen, Trainings, und der gleichen. Hierzu werden Leute eingeladen, häufig besonders junge Leute, Studenten, Führungsmitglieder von Jugendorganisationen. Eine erfreuliche Sache für diese jungen Menschen. Sie können zum einen ihre Diskussionsfähigkeiten üben, zum anderen werden sie mit hochkarätigen Vorträgen und Präsentationen von Professoren und Fachleuten versorgt.
Damit den Teilnehmern keine Kosten entstehen, erhalten sie für ihre Anwesenheit eine sogenannte Allowance. Ein kleiner Geldbetrag, durch den Transportkosten, eine Mahlzeit und solche Dinge abgedeckt werden sollen.
Diese Praxis halte ich für sehr fragwürdig. Politische Teilnahme, demokratische Kultur, Interesse am weltlichen Geschehen, muss doch aus den Leuten heraus entstehen?!? Es muss mir doch die paar hundert Shilling für ein Daladala wert sein, bei so einer Veranstaltung dabei zu sein!?
Gerade die hier geladenen Gäste, Studenten, Journalisten, Politiker, Gewerkschaftler, usw., können doch etwas in die politische Kultur in diesem Land investieren, auch mal ein paar Shilling aus eigener Tasche dafür investieren. DAS wäre eine Qualität, die einen zukünftigen politischen Führer von den etablierten Politikern „des vollen Bauches“ (und der vollen schweizer Konten) unterschiede!

Ich finde es erschreckend, dass hier die Leute dazu erzogen werden, für ihr Engagement immer schön die Hand hinterher aufzuhalten. Wer diesen „Aufwand“ nicht auf sich nimmt, hat bei einer solchen Veranstaltung eigentlich nichts verloren. Wenn ich in München zu einem Vortrag gehe, bezahle ich nicht selten Eintritt dafür. Man stelle sich vor, nach einem Vortrag im Völkerkundemuseum stehen alle „Teilnehmer“ anschliessend Schlange, um sich zwei Euro vierig für den Bus nach Hause geben zu lassen.


Teilnehmer des "Public Political Dialogue", am 21. Februar 2008 im Buero der FES in Dar es Salaam. Fuer ihre Teilnahme erhielten sie 15.000 TSh, etwa 10 Euro.

Teilnehmer des "Public Political Dialogue" am 21. Februar im Buero der FES in Dar es Salaam. Fuer ihre Teilnahme erhielten sie jeweils 15.000 TSh, etwa 10 Euro. Keiner der Teilnehmer (hauptsaechlich Parteirepraesentanten) wirkte beduerftig auf mich...

lekke

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karibu!

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