Straßeneckenethnologie
In Vorbereitung meines Forschungsantrags für die BIGSAS und auf Anraten von Kurt Beck hab ich meine Nase in William Foote Whytes „Street Corner Society“ gesteckt, und darin eine sehr amüsante und spannende Lektüre gefunden. Whyte beschreibt die informelle Organisation eines italienischen Einwandererviertels in Boston in den Jahren 1937-1939. Das amüsante daran ist der Wiedererkennungswert, den die Verstrickungen aus italienischem Familiengeklüngel, illegalem Glücksspiel und Alkoholschmuggel, Politik und Patron-Klient-Beziehungen haben, wenn man an bekannte italo-amerikanische Mafia-Filme denkt. War da etwa Whytes Monographie „Der Pate“? Huahaha.
Sehr spannend: im Anhang schildert Whyte die Entstehung des Buches, inklusive seiner anfänglichen Schwierigkeiten im Feld. Ein für alle feldforschungsambitionierten Ethnologen lesenswertes „Making Of Street Corner Society“.
Lieblingszitat: „Manchmal überlegte ich, ob dieses simple Herumhängen an der Straßenecke ein hinreichend aktiver Vorgang war, um des Begriffs „Forschung“ würdig zu sein. Vielleicht sollte ich diesen Männern Fragen stellen. Trotzdem muß man nicht nur lernen, was man fragen soll, man hat auch zu lernen, wann Fragen angebracht sind und wann nicht“ (S. 304).
Whyte, William Foote (1996): Die Street Corner Society. Die Sozialstruktur eines Italienerviertels. Nach der 3., durchgesehenen und erweiterten Auflage aus dem Jahre 1981 übersetzt von Reinhard Blomert und Joachim Kalka. Mit einer Einführung von Peter Atteslander. Berlin, New York: Walter de Gruyter Verlag.
Sehr spannend: im Anhang schildert Whyte die Entstehung des Buches, inklusive seiner anfänglichen Schwierigkeiten im Feld. Ein für alle feldforschungsambitionierten Ethnologen lesenswertes „Making Of Street Corner Society“.
Lieblingszitat: „Manchmal überlegte ich, ob dieses simple Herumhängen an der Straßenecke ein hinreichend aktiver Vorgang war, um des Begriffs „Forschung“ würdig zu sein. Vielleicht sollte ich diesen Männern Fragen stellen. Trotzdem muß man nicht nur lernen, was man fragen soll, man hat auch zu lernen, wann Fragen angebracht sind und wann nicht“ (S. 304).
Whyte, William Foote (1996): Die Street Corner Society. Die Sozialstruktur eines Italienerviertels. Nach der 3., durchgesehenen und erweiterten Auflage aus dem Jahre 1981 übersetzt von Reinhard Blomert und Joachim Kalka. Mit einer Einführung von Peter Atteslander. Berlin, New York: Walter de Gruyter Verlag.
lekke - 4. Jul, 12:45

